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Empfangstheke – Der erste Eindruck

Betritt man eine Praxis zum ersten Mal, wird dieser erste Eindruck durch die Gestaltung der Empfangstheke entscheidend bestimmt. Daher ist es wichtig, dass dieser erste Eindruck stimmt. Der zukünftige Patient sollte eine Praxis betreten und neben freundlichem und zugewandtem Personal von einem ordentlichen Empfangsbereich begrüßt werden. Man sollte die Empfangstheke niemals nur als Durchgangsort ansehen, sondern sich seiner Wichtigkeit bewusst sein. Wählt man so ein bestimmtes Farbschema für die „richtigen“ Räume der Praxis, so sollte auch der Empfangsbereich bereits in dieser Farbe eingerichtet sein. Die Empfangstheke sollte über ausreichend Platz verfügen, damit auch ein größerer Patientenansturm gut bearbeitet werden kann. Ordnung durch Stauraum ist an dieser Stelle ein ganz entscheidendes Kriterium. Niemand fühlt sich in einer Praxis gut aufgehoben, in welcher der Empfangsbereich einen unorganisierten Eindruck vermittelt. Die Empfangstheke sollte dementsprechend gut sortiert sein. Hinter der Empfangstheke bieten sich aus dem Grund auch noch das Anbringen zusätzlicher Schränke an. Diese sollten sich jedoch harmonisch ins Gesamtbild einfügen und nicht auffallend gestaltet sein. Es bieten sich helle Möbel an wie beispielsweise Schränke mit Schiebetüren in Mattglasoptik. Schiebetüren an sich haben den Vorteil, dass sie sich platzsparend öffnen lassen und damit das Öffnen der Schränke auch im größten Gedränge nicht zum Problem wird. Eine gute Ablage mit ausreichend Stauraum gehört in jeden gut organisierten Empfangsbereich einer Praxis. Dies hilft auch den Mitarbeitern in stressigen Situationen mit wenigen Handgriffen alles bearbeiten zu können. Nach außen ein geschlossenes Bild und innen ausreichend versteckte Ablageflächen, ist eine häufige Lösung von modernen Empfangstheken. Neben der Empfangstheke sollte bei ausreichendem Platz auch die Garderobe türnah untergebracht sein. Dies bringt mehrere Vorteile mit sich: Der Patient legt seine Jacke früh ab, kann einen möglichen Schirm bereits abstellen und trägt damit bei schlechtem Wetter nicht die Nässe durch die Praxis. Beim Verlassen der Praxis ermöglich diese Lösung es, dass der Patient nicht erneut in das Wartezimmer gehen muss, sondern sich neben der Tür anziehen und die Praxis verlassen kann.

Barrierefreiheit hört nicht an der Schwelle auf

Wichtiges Kriterium für die gesamte Einrichtung ist ebenso die Barrierefreiheit – die sollte auch bei der Wahl der Möbel nicht vergessen werden. Achten Sie darauf, dass die Empfangstheke beispielsweise auch für Patienten im Rollstuhl nicht unüberwindbar und unübersichtlich ist, sondern auch diese selbständig ihre Karte überreichen können und ihren Gesprächspartner sehen. Dasselbe gilt ebenfalls für die Garderobe. Es sollte stets auch niedrigere Haken geben, damit Personen im Rollstuhl ihre Jacken ebenfalls alleine aufhängen können. Dies sind Aspekte der Barrierefreiheit, die häufig übersehen werden. Für die Patienten mit einer Beeinträchtigung sind diese Punkte jedoch entscheidende Faktoren zum Wohlfühlen in einer Praxis. Diese Details erlauben ihnen ohne besondere Hilfe den Empfangsbereich nutzen zu können und tragen dementsprechend zur Barrierefreiheit bei.

Sitzgelegenheiten integrieren

Wenn es der Raum im Empfangsbereich zulässt, sind hier auch vereinzelte Sitzgelegenheiten sinnvoll. Diese werden vermutlich nicht permanent in Anspruch genommen, können jedoch für Schwerkranke, ältere Patienten, Hochschwangere oder auch einfach Menschen mit Kreislaufproblemen im Notfall sehr praktisch sein. Und auch Wartezeiten bei der Patientenaufnahme werden erfahrungsgemäß deutlich besser verziehen, wenn die Menschen sich möglicherweise kurz setzen können. Obwohl keiner plant, dass die Patientenaufnahme einmal länger dauert, kommt es doch im Alltag in Praxen immer wieder vor. So gut man auch strukturiert ist, manchmal ist der Ansturm zu groß oder die eine Aufnahme dauert eben doch deutlich länger und dadurch staut sich die restliche Aufnahme. Eben diese Ausnahmen sollte bei der Planung bedacht werden. Nichts ist unangenehmer als wenn die Patienten keinen Platz mehr zum Stehen haben. Auch wenn die Empfangstheke klassisch gegenüber der Tür oder direkt neben der Tür angebracht ist, sollte überlegt werden, ob so genug Platz für die eintretenden Patienten bleibt.

Der Empfangsbereich auf einen Blick

Damit ergeben sich je nach Platzangebot für den Eingangsbereich die folgenden Praxismöbel: Empfangstheke, Sitzgelegenheiten, Schränke für Unterlagen und sonstiges Praxismaterial und Garderobe. Neben der Funktionalität der einzelnen Möbel sollte auf ein stimmiges Bild geachtet werden. Nicht nur stimmig im Eingangsbereich, sondern auch insgesamt stimmig mit anderen Bereichen der Praxis. Ebenfalls wichtig im Eingangsbereich ist die Helligkeit. Hier gibt es mittlerweile viele Möbel, die Licht bereits integriert haben und damit darauf reagieren, dass gerade im Eingangsbereich vieler Praxen keine direkte Tageslichtquelle vorhanden ist.

Wartezimmer – Wohlfühlen, auch wenn es einmal länger dauert

Nach dem Empfangsbereich und der erfolgreichen Aufnahme kommt der Patient in der Regel ins Wartezimmer. Ein Wartezimmer sollte über ausreichend Platz, bequeme Sitzgelegenheiten, Ablageflächen und Licht verfügen, damit sich die Patienten wohlfühlen. Aber anhand welcher Kriterien sollten die einzelnen Elemente des Wartezimmers im Idealfall ausgesucht werden?

Sitzgelegenheiten: Die Sitzgelegenheiten sind das bestimmende Detail im Wartezimmer und sollten ausreichend vorhanden sein. Das Material der Sitzgelegenheiten sollte funktional sein, um den hygienischen Anforderungen in einer Praxis gerecht werden zu können. Das Material sollte sich reinigen lassen und robust sein. Schließlich soll das Wartezimmer nicht jedes Jahr erneuert werden müssen, damit es einen gepflegten Eindruck macht. Die Farben sollten natürlich insgesamt zu dem gewählten Farbschema für die gesamte Praxiseinrichtung passen. Zugleich sollte man gerade im Wartezimmer darauf achten, dass es sich eher um ruhige und gedeckte Farben handelt. Je nach Wartezimmergröße können die Sitzelemente einzeln stehen oder Sitzbänke rund im Wartezimmer angebracht werden.

Platz schaffen: In einigen Fällen müsste man aufgrund des wachsenden Patientenansturms eigentlich anbauen, um das Wartezimmer zu vergrößern. Da dies in der Regel nicht möglich ist, sollte man auf kleine Tipps zur optimalen Raumnutzung zurückgreifen. Mit der Wandfarbe kann man zum Beispiel das Raumgefühl positiv beeinflussen. Helle Farbtöne lassen einen Raum weiter wirken und starke Farben verkleinern ihn optisch. Verfügt man über wenig Platz und muss zugleich trotzdem ausreichend Sitzgelegenheiten bereithalten, bieten sich die klassischen Bänke als Sitzgelegenheiten an. Diese gibt es mittlerweile vollständig mit Polstern bezogen, so dass es keine vorgeordneten Sitze gibt und der Raum

alleine dadurch großzügiger wirkt als mit einzelnen Stühlen bestückt oder mit einer Sitzbank mit Einzelsitzpolstern. Zeitschriftenhalter können auch an der Wand montiert werden und müssen nicht auf dem Boden stehen. Mit etwas Überlegung und Kreativität kann man auch im kleinsten Raum Platz schaffen.

Ablageflächen: Bei der Wahl der Ablageflächen sollte man das Platzangebot des Raumes im Blick behalten. Verfügt man über ein kleines Wartezimmer und entscheidet sich für eine durchgehende Sitzbank, so können die Ecken klassisch als Ablagen genutzt werden. Hat man mehr Platz kann man sich für kleine Beistelltische entscheiden oder für an der Wand montierte Ablagen.

Licht: In allen Bereichen der Praxis spielt das Licht eine entscheidende Rolle. Wie soll das Wartezimmer beleuchtet sein? Mit einer praktischen Deckenbeleuchtung? Etwas charmanter mit kleinen Lampen an der Wand? Was passt in das Einrichtungsschema der restlichen Praxis und wie ist bei jeder Wetterlage und zu jeder Uhrzeit das Wartezimmer ausreichend hell?

Individuelle Überlegungen zum Wartezimmer

Je nach Art der Praxis können im Bereich des Wartezimmers noch einige Details dafür sorgen, dass sich wirklich jeder Patient wohl fühlt. In einer Frauenarztpraxis bietet es sich so beispielsweise an, etwas bequemere Sitzgelegenheiten anzubieten für die Hochschwangeren. Auch für die stillenden Mütter bei der Nachsorge oder in der Kinderarztpraxis erleichtern Stühle oder Sessel mit Lehnen den Aufenthalt. In diesem Fall sind die Einzelsitze für das Gefühl der Mütter in den meisten Fällen angenehmer, wenn es der Platz erlaubt. Schön ist in einer Frauenarztpraxis, wenn man bei ausreichendem Platz ebenfalls ein Spielangebot für die Kinder schafft, die Mama manches Mal doch begleiten müssen. In einer Kinderarztpraxis freuen sich die Mütter von Neugeborenen und Säuglingen, die zu den U-Untersuchungen oder Impfungen kommen, wenn sie ein eigenes Wartezimmer haben und nicht mit den kranken Kindern in einem Raum warten müssen. Für diese Details müssen jedoch zugleich die örtlichen Bedingungen gegeben sein. Verfügt man nur über ein Wartezimmer, könnte man jedoch noch über einen separierten Bereich nachdenken – Patienten fühlen sich ernstgenommen und gesehen, wenn man solche Details bei der Praxisplanung ebenfalls im Blick behält.

Was tun beim Warten?

Was für eine Beschäftigung bietet sich dem Patienten, während er wartet? Ganz klassisch kann man Zeitschriften anbieten und diese passend zu den Patienten auswählen. Man könnte jedoch auch ein schmales Bücherregal anbringen und dort Bücher aufstellen – Kurzgeschichten, Sachbücher oder auch kurze Romane. Insbesondere in Praxen, die regelmäßig von ihren Patienten besucht werden (Physiotherapiepraxen, Praxen mit chronisch kranken Menschen, Frauenarztpraxen, …), können diese Bücher für ein freudiges Warten sorgen. Auch ein gut versorgtes Aquarium kann im Wartezimmer für ein angenehmeres Warten sorgen. Entscheidend ist dabei jedoch, dass es tatsächlich permanent gut versorgt und gesäubert wird. Laut Feng Shui hat fließendes Wasser eine beruhigende Wirkung, so wäre auch ein Zimmerbrunnen als Deko-Element im Wartezimmer möglich. Es sollte ebenfalls für Getränke gesorgt sein. Dabei kann man zwischen Wasserflaschen, einem großen Wasserspender oder frisch aufgefüllten Glasflaschen wählen. Bei jeder dieser Möglichkeiten sollte die Reinigung bedacht werden. Bei all den Überlegungen zum Wartezimmer sollte man den Punkt Sauberkeit nicht aus den Augen verlieren. Die Räume sollten sich alle gut und schnell hygienisch reinigen lassen, damit sie Tag für Tag einen guten Eindruck hinterlassen. In einer schmuddelig wirkenden Praxis möchte sich kaum ein Patient untersuchen und behandeln lassen.

Behandlungszimmer – Das Herz jeder Praxis

Das Behandlungszimmer sollte dem Stil der Praxis zugeordnet sein, beziehungsweise diesen weiter definieren und gleichzeitig funktional eingerichtet sein. Eine Behandlung besteht in den meisten Arztpraxen aus unterschiedlichen Teilen. In der Regel findet ein Vorgespräch statt, dem eine Untersuchung folgt und diese wird wiederum von einer Beratung abgeschlossen. Diese unterschiedlichen Anteile in einer Behandlung sollten auch Raum im Behandlungszimmer bekommen und bei der Planung bedacht werden. Ideal wären hier voneinander getrennte Bereiche. Eine solche Trennung ist beispielsweise durch raumtrennende Elemente möglich. Das können halbhohe Schränke sein, die zusätzlich mit einer höheren Sichtwand ausgestattet werden können. Diese Leichtbauwände müssen nicht über die gesamte Raumhöhe gehen, sondern können gegebenenfalls nur halbhoch sein.

Wichtig ist, dass die unterschiedlichen Elemente der Möbel dem Behandlungszimmer eine Struktur verleihen.

Der Praxis Persönlichkeit verleihen

Das Behandlungszimmer verfügt dabei in der Regel über den meisten Raum, den man gestalterisch nutzen kann und wo jeder Arzt oder Therapeut seinen eigenen Charakter noch einmal ausdrücken kann. Sammelt man beispielsweise alte medizinische Bücher, kann man diese an dieser Stelle in einer Vitrine aufstellen oder einzelne Exemplare in den verschiedenen Räumen gekonnt platzieren. Hier ist auch der Platz für restaurierte Möbel, die der Praxis ebenfalls zusätzlich Charakter verleihen können, wenn sie gut gemischt verwendet werden. So können diese beispielsweise in einem Bereich zur Besprechung verwendet werden. Der Untersuchungsbereich hingegen sollte anderen Anforderungen entsprechen. Er muss funktional, technisch auf einem aktuellen Stand und hygienisch sein. Neben den spezifischen „Möbeln“ zur Behandlung wie beispielsweise einem Zahnarztstuhl müssen jedoch zugleich Möbel vorhanden sein, die Stauraum bieten, um für jegliche Untersuchung und Behandlung die nötigen Materialien ausreichend vorrätig halten zu können. Damit trotz der Vielzahl an Materialien ein geordneter Eindruck erhalten bleibt, sind hier ebenfalls geschlossene Schranksysteme empfehlenswert. In kleineren Räumen bieten sich bei diesen Möbelstücken ebenfalls helle Farben, mattierte Scheiben und Schiebetüren an, um den Platz bestmöglich nutzen zu können und zugleich den Raum nicht durch einen schweren Schrank zu dominieren. Diese unterschiedlichen Bereiche müssen im Folgenden gekonnt verbunden werden, wenn man einen anderen Stil im Besprechungsbereich wählt. Man kann diese beiden Bereiche bei unterschiedlichen räumlichen Gegebenheiten zusätzlich räumlich trennen. So hätte man in einer gewöhnlichen Arztpraxis verschiedene Zimmertypen zur Behandlung beziehungsweise Untersuchung und dann einen Raumtypus zur Besprechung von Untersuchungsergebnissen. Diese können miteinander verbunden sein, so dass man als Arzt mit oder ohne den Patienten einfach zwischen den Räumen wechseln kann. In einer psychologischen Praxis fällt das Untersuchungszimmer einer gewöhnlichen Arztpraxis weg. Hier konzentriert sich das Behandlungszimmer einzig auf das Besprechen. Dies bietet dem Therapeuten die Möglichkeit, sich in der Inneneinrichtung auszuleben. Er sollte einzig darauf achten, dass der Patient unterschiedliche Wahlmöglichkeiten zum Sitzen hat und eine ruhige und freundliche Atmosphäre im Raum herrscht. Bei aller Selbstdarstellung des Arztes im Behandlungszimmer gilt: Weniger ist mehr. Möchte man seine Persönlichkeit in die

Praxisräume einbringen, sollte dies auf eine zurückhaltende und professionelle Weise geschehen. Ist der Arzt beispielsweise leidenschaftlicher Taucher und macht dabei Fotos, sollten diese hochwertig bearbeitet und sinnvoll platziert werden. Ein Bild vom Arzt im Neoprenanzug und mit Tauchermaske würde nicht unbedingt zu den empfehlenswerten Motiven zählen, da es die Autorität des Arztes unterlaufen kann. Gegen gekonnte Unterwasseraufnahmen von der Unterwasserwelt spricht jedoch genauso wenig, wie gegen eine Figur von Buddha oder Reisemitbringsel von exotischen Orten, wenn diese tatsächlich eine Verbindung mit einem der Ärzte haben.

Mit Struktur für das Wohlbefinden sorgen

Wichtige Details im Behandlungszimmer: die Möbel sollten dem Raum eine Struktur verleihen, an dieser Stelle kann der Praxis gut Persönlichkeit verliehen werden, Funktionalität und zugleich ein Wohlfühlambiente sollten geschaffen werden. Im Behandlungszimmer sollte der Arzt oder Therapeut ebenfalls nicht nur an seine eigene Sicht während der Untersuchung denken, sondern ebenfalls für ausreichende Beleuchtung für den Patienten sorgen. Gehört es gewöhnlich zu der Behandlung, dass der Patient sich teilweise auszieht, so sollten die Fensterscheiben stets einen Sichtschutz aufweisen. Dies gilt auch für den Fall, dass die Fenster uneinsehbar sind. Für das Befinden des Patienten spielt der Sichtschutz trotzdem eine große Rolle. Auch aus dem Grund sollte man auf indirekte Lichtquellen zurückgreifen, die den Raum hell halten ohne ihm ein zu klinisches Aussehen zu geben. Der Trend geht in den Praxen ebenfalls weg vom starren Licht hin zu warmen und weichen Lichtquellen. Diese sind für das Wohlbefinden des Patienten von entscheidender Bedeutung.

Sozialraum – Gutes Arbeitsklima fängt bei den Räumen an

Eine Praxis ist jedoch nicht nur ein Ort, an dem sich die Patienten wohlfühlen sollten. Auch das Team sollte gerne zur Arbeit kommen und sich trotz des immer wieder auftretenden Stress gerne in den Räumen aufhalten. Insbesondere an Tagen, an denen es einfach stressig ist, sollte in einer Praxis für den erfrischenden Rückzug gesorgt sein. Ein gut eingerichteter Sozialraum ermöglicht das Durchatmen für die Belegschaft und lässt so das Klima in der Praxis schnell besser werden. Denn wer sich zurückziehen kann, tankt in dieser Zeit wichtige Energie. Für diesen erst einmal unzugänglichen Raum gilt auch: Einheitlichkeit und der Griff zu hochwertigen Möbeln zahlt sich aus. Ein mit Sorgfalt eingerichteter Sozialraum zeigt der Belegschaft, dass man sie schätzt. Aber was gehört in einen solchen Sozialraum? In einem Sozialraum sollte eine kleine Küchenzeile eingerichtet sein. Dort sollte einheitliches Geschirr in ausreichender Menge vorhanden sein und der dementsprechende Stauraum ebenfalls vorgehalten werden. Ein kleiner Geschirrspüler sollte ebenfalls zum Equipment zählen. Der Griff zu einem kleineren Modell lohnt sich im Fall des Geschirrspülers, da dieser aus hygienischen Gründen jeden Tag eingeräumt und geleert wird und somit unangenehme Gerüche vermieden werden. In die Küchenzeile des Sozialraumes gehört ebenfalls ein Waschbecken, eine Kaffeemaschine, ein Wasserkocher, ein Kühlschrank sowie eine Mikrowelle oder gegebenenfalls zwei Herdplatten. Ein gut ausgestatteter Sozialraum ermöglicht es der Praxisbelegschaft ebenfalls, sich für einen Moment in Ruhe hinzusetzen und abzuschalten oder Zeitung zu lesen. Dementsprechend sollte eine Sitzgruppe vorhanden sein mit einem Tisch. In einigen der modernen Bauten wird der Sozialraum auch mit einem Zugang zu einem Balkon ausgestattet. Auf diesem Balkon können die Mitarbeiter ihre Pause genießen. Der Sozialraum ist eine sinnvolle Möglichkeit, der Belegschaft die eigene Wertschätzung zu zeigen. Er sollte als Rückzugsort gesehen werden und als solcher auch gemütlich sein. Der Sozialraum sollte nicht zugleich als Lager genutzt werden oder als zusätzlicher Stauraum missbraucht werden. Gerade lange Arbeitstage lassen sich mit besserer Laune meistern, wenn man einen angenehmen Raum für den kurzen Rückzug hat. Farblich und stilistisch sollte sich dieser Raum dem restlichen Mobiliar anpassen. Die Möbel sollten im Sozialraum ebenfalls hochwertig sein. Gerade bei den Küchenzeilen gibt es viele durchdachte Angebote, die wahre Platzwunder sind. Der höhere Preis zahlt sich aus, da die Einrichtung nicht nur lange genutzt werden kann, sondern zugleich die Arbeitsqualität steigen wird. Angenehm verbrachte Pausen, so die Erkenntnisse aus vielen Studien von Arbeitsökonomen und Soziologen, steigern die Arbeitsleistung und die Motivation. Hat man bereits eine feste Belegschaft und richtet die Praxis neu ein, kann man gerade in Bezug auf den Sozialraum nachfragen, was sich die Belegschaft wünscht.

Laborzeilen – Auf dem neusten Stand

Ebenfalls ein wichtiger Raum ist in den meisten Arztpraxen das Labor. Dieser funktionale Raum sollte praktisch eingerichtet werden und die Praxismöbel ideal auf die einzelnen Arbeitsschritte abgestimmt sein. Relevante Fragen an die Mitarbeiter, die hauptsächlich im Labor arbeiten, sind dementsprechend: Wie viel Stauraum wird im Labor direkt benötigt? Wie viel Arbeitsfläche wird an welchen Stellen im Labor gebraucht? Reicht eine durchgehende Arbeitsfläche an einer Stelle oder sollte es beispielsweise eine Arbeitsfläche rund um das Waschbecken geben und eine weitere Arbeitsfläche in der Nähe einer Tageslichtquelle? Wie verhält es sich generell mit dem Bedürfnis nach Licht? Sollten die Patienten Zugang zum Labor haben für einzelne Untersuchungen, sollten die Instrumente für diese Arbeitsschritte im Idealfall sofort zugänglich sein und sich in einem vorderen Teil des Labors befinden. Zusätzlich gilt es in diesem Fall darauf zu achten, dass sich zwei Personen im Labor frei bewegen können. Viele der Labore in Arztpraxen sind eher klein und schmal. In einem solchen Fall sollten die Schränke nicht zusätzlich durch eine große Tiefe weiteren Raum wegnehmen, sondern eher für das Tagesgeschäft gut bestückt werden und die Reserven an anderer Stelle vorrätig gehalten werden. Diese andere Stelle kann für Vorräte beispielsweise im Labor in einem der oberen Schränke sein. Bei der Laborzeile gilt es zudem die gesetzlichen Auflagen zu beachten und zum einen die Tür zum Labor verschlossen zu halten. Zum anderen müssen auch einzelne Gegenstände im Labor unter Verschluss gehalten werden können. Die Schränke sollten so über einzelne verschließbare Elemente verfügen oder gänzlich verschließbar sein. Medikamente, die in der Praxis in größeren Mengen vorrätig gehalten werden, sollten aus diesem Grund ebenfalls im Labor untergebracht werden. Auf diese Weise erfüllt man mit einem Raum alle gesetzlichen Sicherheitsauflagen. Besonders für das Labor gilt es darauf zu achten, dass der Raum ohne großen Aufwand vollständig sauber gehalten werden kann. Im Labor sollte der Raum auch in der Höhe für den Stauraum genutzt werden. Dort können Dinge gelagert werden, die man nicht permanent griffbereit halten muss, die man jedoch bei bestimmten Untersuchungen benötigt. Die hohen Schränke bieten sich ebenfalls als Stauraum für Vorräte an. Damit die schmalen Räume nicht durch hohe Schrankwände zusätzlich schmaler wirken, lohnt sich der Einsatz von Farbe und Licht. Helle Schränke wirken weniger groß und wenn sie sich zusätzlich farblich nicht von der restlichen Umgebung absetzen und durchgehend sind, gilt dieser Grundsatz verstärkt. Um die Schränke zugänglich zu halten, gibt es praktische Tritte oder Leitern, die in den Schrankwänden verstaut werden können. Auf diese Weise stehen sie nicht im Weg, wenn sie nicht genutzt werden. Denn gerade beim Labor gilt es noch verstärkt, dass der kleinste Raum sinnvoll genutzt werden muss.

Stauraum – Für Ordnung ist gesorgt

Stauraum ist bei der effizienten Einrichtung von Räumen ein häufig fallendes Stichwort. Das hat einen simplen Hintergrund. In allen Räumen einer Praxis ist es für das Wohlbefinden des Patienten wichtig, dass die Räume aufgeräumt und sauber sind und ebenfalls so wirken. Dieser Nachsatz ist unwahrscheinlich wichtig bei der Planung für Möbel in der Praxis: Es muss nicht nur aufgeräumt und sauber sein, sondern ebenfalls so wirken. Es gibt viele Praxen, die über einige Zeit gewachsen sind und wo mit Mühe und Not das nötige Equipment, sowie die nötigen Plätze bereitgestellt werden. Alles dort hat zwar seinen Platz, aber es wirkt trotzdem nie ordentlich in der Paxis. Weil die Schränke beispielsweise offen sind, jede Fläche zugestellt ist, die Polster alt und die Gänge zu schmal sind. Es gibt viele Ursachen für eine unordentlich wirkende Praxis. Eine solche Praxis kann ein gut eingespieltes Team beherbergen und trotz der nicht optimalen Platznutzung gut funktionieren – trotzdem halten sich die Patienten in dieser Praxis nicht mit einem guten Gefühl auf. Praxismöbel sind nicht alleine Möbel in der Praxis, sie geben ihr nach außen die erste Struktur und sind deswegen essentiell. Klug eingesetzte Möbel erlauben eine gut laufende Praxis. Zum einen haben Ordnung und Struktur intern den Vorteil, dass die Arbeitsabläufe mit einer guten Raumstruktur sowie einer klaren Ordnung effizienter gestaltet werden können. Zum anderen ist das Bild, das die Praxis nach außen abgibt, bei einer ordentlichen und sauberen Praxis automatisch positiver. Die Patienten fühlen sich in diesen Praxen durchschnittlich besser betreut und verzeihen Wartezeiten eher. Praxen, die nach wenig Struktur aussehen, wird automatisch Strukturlosigkeit vorgehalten, wenn es einmal mit den Praxisabläufen nicht reibungslos funktioniert. Um diesen Eindruck zu vermeiden, lohnt es sich, für ausreichend Stauraum zu sorgen und den Bedarf in dieser Richtung auch regelmäßig zu überprüfen. Stauraum und Raumstruktur verleihen einer Praxis eine wohltuende Klarheit, die das Ambiente positiv hebt.

Wie für mehr Stauraum sorgen?

Praktische Tipps für mehr Stauraum:
• Multifunktionale Möbel: Auf der Personalseite der Empfangstheke darf zum Beispiel durchaus eine offene Ablage vorhanden sein oder auch Schubladen oder Schränke. Ein anderes Beispiel sind Bänke, die zugleich Stauraum bereithalten oder Raumteiler, die gleichzeitig Ablageflächen anbieten. Der Markt hält viele multifunktionale Möbel bereit und diese lassen sich sinnvoll für den Raumgewinn einsetzen.

  • Geschlossener Stauraum: Umso weniger man das ‚dahinter‘ sehen kann, desto freier und großzügiger wirkt die Praxis. Damit die Schränke den Raum nicht kleiner wirken lassen, sollten sie hell sein und im günstigsten Fall noch optisch ganz im Raum verschwinden.
  • Nischen nutzen: Klingt möglicherweise banal, aber eine gute Raumnutzung ist für den Stauraum entscheidend. In vielen Räumen oder auch im Flur gibt es Bereiche, die nicht genutzt werden und sich zu sogenannten ‚Putzleichen‘ entwickeln. Hier gilt es mit offenen Augen hinzuschauen und sich zu überlegen, wie man diesen Raum nutzen kann.

Freiflächen nicht vergessen: Zum Stauraum gehören in der Raumplanung auch die nötigen Freiflächen, damit der Raum im Gleichgewicht bleibt. Freiflächen sind für das menschliche Auge wichtig. Eine solche Freifläche kann eine leere Fläche auf einem Sideboard sein oder auch leere Fensterbänke. Damit es diese Flächen gibt, muss regelmäßig ausgemistet werden. Denn um Freiflächen muss man in allen Räumen beständig kämpfen, damit sie erhalten bleiben.

Back Office – Dem Verwaltungsaufwand begegnen

Da der Verwaltungsaufwand für eine gewöhnliche Praxis durch gesetzliche Auflagen in den letzten Jahren weiter gestiegen ist, steigt in den Praxen auch der Krieg mit dem Papier. Eine gute Möglichkeit dem davon ausgehenden Chaos positiv zu begegnen, ist beispielsweise das Einrichten eines Back Office Bereichs. Auch das ist in gewisser Weise das Schaffen von Stauraum, da hier die Unterlagen gebündelt untergebracht werden können und an keiner anderen Stelle in der Praxis mehr unterwegs sein sollten. Ein kleiner Raum in der Praxis wird dafür umfunktioniert und sinnvoll ausgestattet. Zu dem sinnvollen Mobiliar im Back Office gehören neben Schreibtisch und einem Stuhl Regale, Registraturen und andere Ablagesysteme. Ist das Back Office einmal räumlich getrennt, lässt sich die lästige Verwaltung oft auch strukturierter bearbeiten.

Durchgehende Stilelemente

Das Corporate Design der Praxis bedeutet für die Möblierung von ihr nicht, dass überall ein gegebenenfalls vorhandenes Logo aufgedruckt sein muss. Aber der Stil der Praxis sollte durchgehend eingehalten werden. Ausnahmen können einige gekonnte Brüche bilden, wenn beispielsweise die modernen Möbel von antiken Einzelstücken unterbrochen werden. Die Wahl der Farben sollte durchgehend sein. Gibt es so im Logo der Praxis eine Farbe, sollte diese in der Einrichtung auftauchen. Wichtig: Jede Praxis verkörpert auch ein Image. Dieses Image sollte einem bewusst sein und man sollte es auch fördern, da es den Patienten bei der Orientierung hilft. Dieses Image sollte durch die Dekoration der Praxis aufgenommen werden. Auf diese Weise werden die Patienten in gewisser Weise sinnlich angesprochen. Dies können verschiedene Dinge sein, wie beispielsweise in der Praxis verteilte moderne Kunst, Skulpturen oder auch Gegenstände wie ein Zimmerbrunnen. Auch Pflanzen können das Ambiente in einer Praxis schöner gestalten, wenn sie gepflegt werden und nicht zu viele Pflanzen vorhanden sind. Sie sollten gezielt eingesetzt werden. Wenn sich in der Praxis niemand mit einem grünen Daumen aufhält, lohnt sich eher die Investition in ein Blumenabonnement für schöne Blumensträuße als beständig halb oder ganz vertrocknete Zimmerpflanzen zu haben. Doch auch hier gilt das schöne Sprichwort: Weniger ist mehr.